Klostergarten Tertiarschwestern
Brixen, BZ (I)
Ort
Brixen, BZ (I)
Planer
LArch. Eva-Maria Schgaguler
LArch. Sigrid Pichler
Bauherrschaft
Kongregation der Tertiarschwestern des heiligen Franziskus, Brixen
Leistungsphasen
Konzept bis Bauleitung
Fertigstellung
2016
Fotografie
Martina Jaider
Das Mutterhaus der Tertiarschwestern des heiligen Franziskus befindet sich südlich des Hofburggartens im Zentrum von Brixen. Ein Teilbereich des großen Klosterareals wurde 2016 umgestaltet. Eine bis zur Umgestaltung als Obstwiese genutzte Fläche mit Niederstamm Dichtbepflanzung wurde zu einem Ort der Begegnung, Stille und Kontemplation umfunktioniert. Die bestehende Plantage mit in Reihen gepflanzten Äpfeln und Birnen auf schwachwachsender Unterlage wurde in kleinen Teilen als strukturgebendes Element erhalten. Die erhaltenen Reihen wurden mit halb- und hochstämmigen Obstbäumen in unterschiedlichen Arten und Sorten ergänzt. Hier wurde keine klassische Streuobstwiese angelegt, sondern ein sukzessiver Übergang von der Plantage zurück zum Streuobst gestaltet.
Das bestehende Wegesystem des Gartens wurde zu einem Rundgang ausgebaut. Flächig wurden dekorative Staudenbeete integriert, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Die erhaltenen Plantage-Reihen sorgen vor allem in den ersten Jahren, solange die neu gepflanzten Obstbäume noch klein sind, für ein gewisse räumliche Gliederung. Es entstehen immer wieder spannende Durchblicke und Sichtbeziehungen zu anderen Bereichen des Gartens und der Umgebung.
Zentral befindet sich ein großer, gedeckter Sitzplatz mit Pergola. Seitlich, entlang des Rundweges an der Mauer, zwei kleinere gedeckte Sitzplätze. Der geschichtsträchtige Eckturm des Hofburggartens und die historischen Mauern an drei Seiten rahmen den neu gestalteten Bereich. An den Mauern wurden Reste eines historischen Spaliers gefunden. Die Neugestaltung greift dieses Element auf und rahmt den Garten stimmig mit Spalierobst: Äpfel und Birnen wurden in ein der Mauer vorgesetztes Staudenbeet gepflanzt. Mehrere Nischen mit Sitzmöglichkeiten entlang der Mauer sind Orte für Kontemplation und Rückzug.